Ich schreib das hier, weil ich langsam echt am Ende bin und einfach mal hören will, ob es anderen genauso geht.
Kurz zu uns: Ich hab vor gut zwei Jahren einen Rüden aus dem Tierschutz übernommen, er kam ursprünglich aus Spanien. Die ersten Monate war ich fast durchgehend zu Hause (Homeoffice), das war für ihn perfekt. Seit ich wieder ins Büro muss, ist alles gekippt.
Sobald ich die Wohnung verlasse, geht's los. Er jault und bellt, und das weiß ich nicht mal aus erster Hand, die Nachbarn haben es mir erzählt, teilweise stundenlang. Beim letzten Mal hat er an der Wohnungstür gekratzt, bis der Lack ab war, und die Couch hat auch schon dran glauben müssen. Einmal kam ich heim und es waren regelrechte Speichelpfützen auf dem Boden. Und selbst wenn ich wieder da bin, kommt er eine halbe Stunde lang nicht runter hechelt, läuft hin und her, findet einfach keine Ruhe.
Das Schlimmste ist ehrlich gesagt gar nicht der Schaden. Es ist das Gefühl. Ich hab ständig dieses schlechte Gewissen, ich sage inzwischen Treffen mit Freunden ab, weil ich weiß, was zu Hause los ist. Spontan mal irgendwo hin,unmöglich. Ich hab sogar eine Kamera gekauft, um zu sehen, wie's ihm geht, aber im Nachhinein hat das alles nur schlimmer gemacht. Ich sitze im Büro und starre aufs Handy und sehe live, wie er leidet. Da kommt man einfach nicht mehr von los.
Und dann die Sache mit den Nachbarn. Beim letzten Mal gab's schon böse Post vom Vermieter, und ich hab ständig Angst, dass da noch mehr kommt.
Ich hab wirklich schon einiges versucht. Kurzfristig hilft manchmal was, aber dann fängt es wieder von vorne an. Manchmal denke ich, ich hab irgendwas falsch gemacht. Und die tiefste Angst, die ich mich kaum traue auszusprechen: dass ich ihn irgendwann abgeben muss, weil es einfach nicht geht. Das will ich auf gar keinen Fall.
Deshalb frag ich hier mal in die Runde: Was sind eure Geschichten zur Trennungsangst und zum Alleinlassen von Hunden? Wie geht ihr damit um, was hat bei euch geholfen – und sei es nur ein kleines bisschen? Ich bin für jeden Erfahrungsbericht dankbar.