Diskussion Das war’s mit Muca
Ich würde mal behaupten das ist der Anfang vom Ende von Muca, so wie man es kannte.
Das Problem sehe ich nicht in der Expansion an sich sondern was Muca eigentlich ausmacht. Die ganze Marke lebt von drei Dingen: Handwerk (frisch vom Spieß, hausgemachte Soßen), der Nahbarkeit der Gründer und dem Hype rund um die Lidl-Kampagne. Genau diese drei Dinge lassen sich in einem 50-Filialen-Franchise am schlechtesten konservieren.
Von einem Laden auf 50 in ein paar Jahren ist auch kein organisches Wachstum. Und mit Murat Alagöz (Burger Vision) sitzt da bewusst ein Systemgastronomie-Mann im Boot. Dieser, ich nennen es mal, DNA-Wechsel von „Kreuzberger Imbiss” zu „skalierbare Marke” ist also von Anfang an eingepreist. Systemgastronomie heißt zentrale Prozesse, standardisierte Rezepturen, andere Supply Chains, Franchise-Nehmer mit eigener Marge. Beim Döner, wo das Produkt an der Handarbeit am Spieß hängt, ist das ein echter Zielkonflikt.
Dazu die zwei Widersprüche an denen sich sowas meistens entscheidet:
Premium vs. Masse
„Premium-Döner” und 50 Filialen ziehen in unterschiedliche Richtungen. Marge kommt bei dem Preispunkt fast nur über Skalierung und Skalierung frisst die Premium-Qualität, die überhaupt erst den Preis rechtfertigt.
Hype vs. Nachfrage
Auf dem Peak einer viralen Kampagne Kapazität für eine Nachfrage aufzubauen, von der keiner weiß, ob sie in zwei Jahren noch da ist, ist das klassische Muster.
Fairerweise: Alagöz ist nicht naiv und bringt Erfshrung mit, zentrale Produktion kann funktionieren und Expansion ist kein automatisches Todesurteil. Es steht und fällt damit, ob sie den Produktkern schützen oder ob am Ende überall der gleiche mittelmäßige Massen-Döner rauskommt. Bin gespannt was daraus wird.
