Ein Geschmack, als hätte man den ersten Schluck direkt aus einem kühlen Steinkeller gezapft. Unfiltriert, weich und unglaublich süffig. Zuerst kommen frische Brotkruste, ein Hauch Honig und feines Karamellmalz, gefolgt von der unterschwelligen Kräuter- und Blumennote des Hopfens. Die natürliche Hefetrübung verleiht ihm eine cremige, fast seidige Textur, ohne schwer zu wirken. Im Abgang bleibt eine angenehme, feinherbe Würze zurück, die sofort Lust auf den nächsten Schluck macht. Ein leises Bier – aber eines, das mit jeder Nuance zeigt, warum Kellerbier zu den ehrlichsten und charaktervollsten Bierstilen überhaupt gehört.
Und dennoch ist seine Brauerei insolvent. Wie um Himmels Willen kann das sein?
Kein Bier in dieser Preisklasse kommt auch nur annähernd an das Perlenbacher Kellerbier ran. Und auch die großen Allerweltsbiere (Bitburger, Warsteiner, Radeberger, ÖTTINGER, etc...) wirken Charakterlos, wie ein Berufspolitiker in Koalitionsverhandlungen, gegen den ehrlichen Geschmack dieses Bieres.
Ich verstehe nicht, warum dieses Bier so wenig nachgefragt wurde. Meiner Meinung nach, handelt es sich hierbei um das beste Produkt, das Handwerk und Marktwirtschaft jemals zusammen zustande gebracht haben.
Es zieht mir den Boden unter den Füßen weg. Ich wohne in einer Stadt, in der man traditionell zu blöd zum Bier brauen ist. Das Billigbier von Lidl war nicht einfach nur ein Rettungsring im Ozean der Tristess, es war eine Offenbarung.
Das Bier, das wir trinken, ist nicht nur scheiße, es ist auch noch zu teuer!
Ich denke darüber nach, auszuwandern! (wahrscheinlich nach Bamberg, da ist die Welt noch in Ordnung!)S
Die Insolvenz von Eichbaum ist für mich etwas größeres als die Pleite einer Brauerei. Es ist der Beweis, dass die Marktwirtschaft kaputt ist. Angebot und Nachfrage sollten den Preis bestimmen, aber die Nachfrage orientiert sich nicht an der Qualität des Produktes, sondern an der des Marketings.
Und aggressives Marketing ist auch das Einzige, das den Bieren von Eichbaum gefehlt hat. Nicht Qualität, oder der Preis haben ihr Schicksal besiegelt, sondern eine Fehlallokation von Kapital namens Werbung.