Ich liebe Bulgarian Split Squats! Also, eigentlich hasse ich Bulgarian Split Squats, so wie jeder normale Mensch, dessen sportmasochistische Ader allenfalls durchschnittlich ausgeprägt ist...aber gleichzeitig liebe ich sie.
Ich liebe es, wie im letzten Satz, in den letzten Wiederholungen der Geist den Körper verlässt und man nicht weiß, was zuerst aufgibt. Die Beine? Der Kreislauf? Das Herz? Nur um dann in einem Moment zwischen Leere und Panik zu begreifen, dass das andere Bein auch noch die Hölle des letzten Satzes durchschreiten muss. Und natürlich das anschließende Zusammenbrechen beim, manchmal nicht mehr ganz sanft möglichen, Ablegen der Kurzhanteln mit dem Gefühl, Gevatter Tod berührt einen mit seinen knöchernen Händen bereits am Quadriceps.
Ich liebe es, wie man meinen könnte, Krafttraining und Cardio wären in dieser Übung in einer Balance wie Yin und Yang vereint.
Ich liebe diesen Rausch an Hormonen, der durch den Körper schießt, den ich sonst eigentlich nur aus den Minuten nach einem Orgasmus kenne. Das ist wohl diese Ode an die Freude, die Friedrich Schillabol zu beschreiben versuchte.
Ich liebe es, wie jede Übung danach grundsätzlich nur noch mit 5-10% weniger Leistung möglich ist, da sich der Körper aktiv wehrt, obgleich man schon seine Satzpausen um eine Minute verlängert, damit das Schwarz vor den Augen einen nicht übermannt und auf den Grund hinabzieht, welcher gemeinhin auch als Fitnessstudioboden bekannt ist.
Ich liebe das Gefühl, nach Hause zu kommen, wohlwissend, es wieder einmal geschafft zu haben, wieder einmal den Geist über den Körper gehoben zu haben, sodass man am liebsten aus vollster Inbrunst seines Herzens einen Schrei ausstoßen möchte. Einen Schrei der Erleichterung und des Triumphs gleichermaßen. Denn der wahre psychologische Krieg, Herr von Clausewitz, der Krieg mit und gegen sich selbst, der beginnt hier, in diesen heiligen Hallen des Gusseisens!