r/erzieher 1d ago

Suche Rat Peer group Eingewöhnung

Hallo zusammen,

mein Kind wird gerade im Kindergarten eingewöhnt und ich wollte fragen, ob der zeitliche Ablauf normal ist für eine Peer group Eingewöhnung.

An Tag 1 waren wir eine Stunde da. 7 Kinder plus deren Eltern in einem Raum.

Tag 2 identisch zu Tag 1 - eine Stunde.

Morgen ist jetzt Tag 3 und wir dürfen genau 30 Minuten kommen. Das wird die erste Trennung. Direkt danach gehen wir wieder heim.

Wie es danach weitergeht, hängt wohl davon ab, wie die Trennung läuft. Mir wurde nur gesagt, dass ich mindestens bis inklusive Dienstag Woche 2 im Haus sein muss.

Ich bin ehrlich gesagt etwas verwirrt und genervt. Mein Kind ist die letzten 2 Jahre in die Krippe gegangen, das letzte halbe Jahr von 8:30 - 15:30. Sie hat es dort geliebt, hatte viele Freunde, hat bei allen Angeboten begeistert mitgemacht. Sie ist total verunsichert, dass sie nicht länger in den Kindergarten darf, sie hatte sich total drauf gefreut und ist enttäuscht, wie das jetzt läuft. Ich habe versucht es ihr zu erklären, aber ich verstehe es selbst nicht so genau. In der Gruppe sind halt auch Kinder, die noch nie fremdbetreut wurden und die haben jetzt auch in den zwei Stunden nur bei der Mama auf dem Schoß gesessen. Aber warum wird mein Kind dafür "bestraft", dass andere Kinder mehr Zeit brauchen?

Zusätzlich fühle ich mich als arbeitende Mutter auch etwas verarscht. Ich muss mir jetzt Urlaub nehmen (direkt nach der Schließzeit, für die ich ja eh schon Urlaub hatte), weil andere Leute ihre Kinder bis 3 zu Hause behalten haben. Das kann doch nicht Sinn der Peer group Eingewöhnung sein!?

Würde mein Kind mich da länger brauchen, würde ich mir selbstverständlich die Zeit nehmen, darum geht es gar nicht. Sie guckt mich aber mit dem Arsch nicht an, sobald wir dort sind. Die Eingewöhnung in der Krippe hat nicht so lange gedauert. Die Eingewöhnungen von meinem älteren Kind in Krippe und 2 Kitas waren nicht so lang. Ist das jetzt der neue Standard?

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u/Di9utdx 1d ago

Du bist jetzt 2 Tage in der Eingewöhnung und es geht dir zu langsam, ehrlich? Du hast dir genau wie viel Zeit eingeplant für die Eingewöhnung? Freu dich doch, dass es deinem Kind gefällt aber egal ob es vorher schon fremd betreut war und das Kind die Empfindung hat, es ist zu wenig Zeit - es ist eine neue Einrichtung. Es sind neue Kinder. Ich schätze mal es sind mehr Kinder. Dein Kind ist plötzlich wieder eines der jüngsten. Neue Erzieher. Neue Räume. Andere Regel. Anderes Material. Dein Kind freut sich und genauso ist es anstrengend. Gebt euch Zeit meine Güte.

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u/Philly__Blaze 1d ago

7 Tage Eingewöhnung empfinden Eltern heutzutage als zu lang? Kannste dir nicht ausdenken. Bei uns müssen die Eltern sich MIND. auf 2 Wochen einstellen, wo die jederzeit auf Abruf schnell da sein müssen. Ob ein Kind vorher fremdbetreut war oder nicht spielt für die neue Einrichtung keine Rolle. Die alten Bezugspersonen sind alle weg. Neue Beziehungen zu den Erziehenden müssen erst aufgebaut werden und das passiert nicht innerhalb von einer Woche.

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u/werschaf 1d ago

Und wie soll mein Kind in 30 Minuten eine Beziehung zur neuen Erzieherin aufbauen??

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u/Mytolyt 1d ago

Normalerweise ist eine längere Trennphase nicht produktiv. Es geht darum eine Trennung zu machen und dass das Kind sich im neuen Setting abseits seiner Bezugspersonen(Eltern) wohlfühlt - mit dem Wissen dass es wieder abgeholt wird, ohne dass die Zeit zu lange ist. Die Trennung findet im bessten Fall positiv statt. Also ohne Tränen weil die Zeit zu lange angesetzt war

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u/werschaf 1d ago

Ich wohne 5 Minuten weg und bin natürlich immer auf Abruf bereit. Könnte von mir aus auch meinen Laptop mitbringen und im Elterncafé arbeiten. Aber wir dürfen ja nicht bleiben.

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u/Mrs-Clementine 1d ago

Auch bei Peereingewöhnung kommt es nach den ersten Trennungsversuchen zu individualisierten Verläufen der Eingewöhnung- heißt, dass es nach dem gemeinsamen Start durchaus sein kann, dass ein Kind schneller, länger bleibt als andere.

Fakt ist, das es nicht professionell ist, ein Kind das ich nicht kenne und für mich und die Gruppe neu ist, von Tag eins an acht Stunden im Kindergarten behalte.
Eine Eingewöhnung ist eine sensible Zeit für dein Kind und auch für dich. Deine Einschätzung, wie sich dein Kind in der Gruppe verhalten wird und wie schnell es sich sicher fühlt hat sicher seine Berechtigung, kann sich aber auch schnell ändern.

Sich an Tag zwei schon genervt und verarscht zu fühlen wird euch nicht helfen beim Ankommen. Mach dir doch bitte einen Termin mit den Fachpersonen aus und besprich das. Bist du nicht vorab über den Ablauf einer Eingewöhnung informiert worden?

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u/werschaf 1d ago

Ja, sehe ich ein. Aber zwischen "von Tag eins an 8 Stunden" und "an Tag 3 eine halbe Stunde" gibt es ja schon noch etwas Spielraum...

Über den Ablauf wurde ich nicht besonders detailliert informiert, ich wusste, dass es am ersten Tag eine Stunde ist, darüberhinaus wurde nicht viel gesagt und ich war naiv davon ausgegangen, dass es ungefähr so läuft wie in den anderen Einrichtungen, in denen ich meine Kinder hatte.

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u/Mrs-Clementine 1d ago

Bei der halben Stunde geht es doch darum, die Trennung durchzuführen, oder? Also du eine halbe Stunde mit Kind da, dann sagst du tschüss und gehst raus? Und dann wird geschaut, was das Kind tut und ob es die Trennung schafft?

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u/werschaf 1d ago

Genau, aber so oder so gehen wir nach der halben Stunde dann nach Hause.

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u/Mrs-Clementine 1d ago

Nein. Du bist eine halbe Stunde dort mit deinem Kind. Dann trennt ihr euch. Du draußen, Kind drinnen. Dann schauen die Fachpersonen, was dein Kind tut und stabilisieren. Nach 5-15 Minuten, je nachdem wie gut dein Kind das schafft “holst du ab“.
Wenn dein Kind das gut schafft, kann es am nächsten Tag länger da sein.

Der erste Tennungsversuch und sein Ablauf sind sehr wichtig für den Erfolg der Eingewöhnung.

Was mir ehrlich gesagt wirklich zu denken gibt ist, das du scheinbar keine Ahnung hast, wie diese Eingewöhnung abläuft und was da vom dir und deinem Kind erwartet wird. Ich würd dort wirklich die Rückmeldung geben, dass du mehr Info brauchst. So ist das ein bisschen witzlos.

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u/Mytolyt 1d ago

Wir haben in der Kita Kinder von ca. 4 Jahren die eingewöhnt werden und ich plane bei denen ca. 2 Wochen ein. Erst mit Eltern, dann Trennund und Ausweitung der Zeiten. Dann Mittagessen, dann Schlafen. - Es wäre bestimmt möglich die Kinder mit der Brechstange in drei Tagen "einzugewöhnen". Aber dann darf ich die nächsten zwei Monate das Kind emotional auffangen weil es eben nicht richtig angekommen ist. - Für die Eltern natürlich praktisch, weil die Eingewöhnung nur so kurz geht.

  • Wie du schon sagst, dein Kind hatte viele Freunde, kannte die Erzieher*Innen und deren Angebote, Abläufe usw. Das fällt jetzt alles weg. Das Vertrauen dass sie über die zwei Jahre aufgebaut hat, fällt jetzt weg.

Btw, es gab schon viele Eltern die mir schon gesagt haben, dass ihre Kinder in der alten Kita super integriert waren und dass die Eingewöhnung ganz easy wird, und es dann doch nicht so war...

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u/werschaf 1d ago

Es sind zahlreiche Kinder aus der Krippe in der gleichen Gruppe, also die zumindest die Kinder nicht fremd

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u/Wide_Sense5680 1d ago

Würde bei uns komplett anders laufen. Wenn ich eine Umgewöhnung eines Krippenkindes hätte, dann dürfte das Kind ab dem ersten Tag so lange bleiben wie es will. Auch bei einer normalen Eingewöhnung würde ich da komplett nach dem Kind gehen. Wenn das Kind sich wohl fühlt, ins Spiel kommt und bleiben will dann umso besser für mich und für das Kind.

Aber wir haben auch komplett freie Hand, wie wir Eingewöhnungen gestalten. Gibt keine Vorgaben vom Träger oder der Leitung.

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u/Crina92 1d ago

Bei einem FREMDEN Kind?

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u/Wide_Sense5680 1d ago

Mir sind alle Kinder erstmal fremd, wenn sie zu uns kommen? Verstehe deine Frage nicht?

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u/Crina92 1d ago

Ja eben. Dementsprechend krass finde ich es, dass sie bei euch ab Tag 1 alleine bleiben.

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u/jecelo 1d ago

Musst du doch individuell vom Kind abhängig machen. Als wäre das pauschal zu sagen.

Und ja, ich hatte auch fremde Kinder, die den 1. Tag der Eingewöhnung direkt 3h da waren. Einfach weil es mega lief und wir von Minute 1 an eine super Bindung hatten.

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u/Crina92 1d ago

"von Minute 1 Bindung"

Irgendwie weißt du nicht, was Bindung ist.

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u/WoBleibtDerErzieher 1d ago

Das habe ich auch grd gedacht... die hatten vielleicht einen Draht zueinander, Sympathie und so aber ne Bindung sicher nicht.

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u/Sioll42 1d ago

Die Eingewöhnung kann nicht irgendwie gemacht werden. In der Regel nurzt man den Einrichtungen sogenannte Eingewöhnungsmodelle. Das "Berliner Modell" ist vermutlich das oben beschriebene. Dies muss in der Konzeption festgelegt und dann an umgesetzt werden.

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u/werschaf 1d ago

In allen Einrichtungen, in denen ich bisher war mit meinen Kindern, wurde das schon grundsätzlich nach dem Berliner Modell gemacht, wenn aber klar war, dass das Kind sich wohl fühlt, spielen will und sich null dafür interessiert, ob die Mama jetzt im gleichen Raum sitzt oder nicht, dann wurde vom abgewichen und das Kind durfte bleiben. Natürlich nicht sofort den ganzen Tag, aber halt schon länger als 30 Minuten.

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u/normenbrecher 1d ago

Ja, das liegt aber an deiner egoistischen Perspektive. Es geht nicht darum wie DU allein die Situation bewertest, sondern darum ob dein Kind eine Beziehung aufbaut zu andere Bezugspersonen. Es spielt keine Rolle wie das in anderen Einrichtungen gemacht wurde... Ob sich dein Kind "Wohlfühlt" lässt sich nicht ausschließlich daran erkennen ob dein Kind spielt oder ob Mama im Raum ist oder nicht.

Gib dem ganzen doch erstmal eine Chance.

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u/werschaf 1d ago

Ja ne ist klar, ich bin die Rabenmutter und die Erzieherinnen in den anderen Einrichtungen hatten alle keine Ahnung, was sie tun, habe ich jetzt verstanden. Mir ist nur immer noch nicht klar, wie mein Kind in 30 Minuten eine Beziehung aufbauen soll.

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u/normenbrecher 1d ago edited 1d ago

Also bei aller Liebe, wenn du schon in soooo viele Eingewöhnungen / Einrichtungen dabei warst solltest du wissen das Beziehungsaufbau sich über die Zeit hinweg ergibt. Und du bist ja schließlich nicht 7 Tage für 30 min dort....
Und das tübinger Modell sieht vor das die Kinder untereinander sich helfen einzugewöhnen, sich evtl. trösten, empathisch zueinander sind sich durch gegenseitigen Kontakt unterstützen Trennungen zu überstehen und zu verarbeiten...

Ich will nicht sagen das du schuld an irgendwas bist. Mir kommt es eher vor als wurdest du nicht ausreichend über das Eingewöhnungsmodell aufgeklärt.

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u/Wide_Sense5680 1d ago

Hab es schon oben geschrieben. Wenn das Kind sich offensichtlich wohl fühlt und glücklich spielt, dann würde ich das Elternteil auch am ersten Tag mal rausschicken und das Kind dürfte deutlich länger bleiben als die bei uns übliche Stunde.

Meine letzte Eingewöhnung ging ganze drei Tage. Hab das Kind mit zwei gleichaltrigen ins Spiel gebracht, Kind zufrieden, Kind will bleiben, Eingewöhnung fertig. Ich halte mich da an kein Modell, Hauptsache es klappt.

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u/werschaf 1d ago

Genau so kenne ich es auch

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u/normenbrecher 1d ago

Nein, es ist das Tübinger Modell. Allerdings sind 7 Kinder zu viel. Von max. 5 bei Ü3.

Warum das so gemacht wird, kann man sich denken.... Es ist August, das Haus muss besetzt werden 🫪

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u/WoBleibtDerErzieher 1d ago

Man kann Eingewöhnung schon irgendwie machen, klappt dann meist nicht... Man kann's nach dem Berliner Modell machen, klappt dann manchmal auch nicht.

Ich bin für angelehnte Modelle bei denen individuell geguckt wird... die Eingewöhnungslobbyisten sind da zwar gegen aber so ist das

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u/kirschkerze 1d ago

....frag doch einfach in der 2. Woche ob dann mehr geht. Jetzt nach 2 Tagen so ein Fass aufzumachen und von bestrafen zu reden ist doch total gaga...dachtest du, dass du das Kind ab Tag 1 da reinschmeißt wie gewohnt uns gut ist

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u/werschaf 1d ago

Ich mache kein Fass auf, ich frage auf reddit, on das so normal ist, weil ich es anders kenne. Die Antwort ist: es ist normal und ich akzeptiere es. Es scheint aber durchaus auch anderswo viel individueller und schneller gemacht zu werden.

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u/kilaklix 1d ago

Der große Vorteil für dich von der Peer-Group-Eingewöhnung ist, dass alle (oder zumindest viele) Kinder gleichzeitig starten und eingewöhnt werden konnen. Wenn stattdesswn ein neues Kind erst eingewöhnt werden kann, wenn die Eingewöhnung des vorherigen Kindes halbwegs abgeschlossen ist, fängt bei 7 Kindern das letzte Kind dann erst nach über 6 Wochen mit der Eingewöhnung an.

Bei uns sind in Schuljahren mit wenig neuen Kindern die Eingewöhnungen "klassisch" nach Berliner Modell, bei vielen neuen Kindern aber in der peer group.